Archive for the ‘Argh!’ Category

Thanks, Captain Obvious!

Wednesday, June 2nd, 2010

We have been reported that some acts of persuading students to join a religious group are seen around the Student Housings.  We consider the group as a Cult.
Once you join a cult group, there is the danger that you will be subject to manipulative mind control techniques, and that you will bear a burden psychologically and financially. You will eventually waste so much time and ruin your student life.

Gut, daß diese Warnmail verschickt wurde. Ich hätte sonst mitgemacht.

Manchmal… Ich habe irgendwo mal gelesen, MacArthur habe gesagt, man müsse die Japaner wie Kinder behandeln, dann käme man mit Ihnen klar… allerdings: Extrapunkt für die Alliteration. “Manipulative Mind Control Technique” klingt geil. Fast schon so cool wie “Five Point Palm Exploding Heart Technique”. Letztere üben wir übrigens morgen im Seminar. Sind ja hier nah’ dran, an den Weisheiten des Ostens…

JR West, meine Helden

Monday, May 24th, 2010

nochmal in Bezug auf das Posting über die Bahn: Nachdem ich heute für meinen “Heimweg” von Tokyo nach K-Stadt statt der lt. Verbindung 3 Stunden und 59 Minuten satte 8 Stunden und 34 Minuten benötigte, hat JR-West bei mir jeglichen Kredit verspielt.

!”§%@&$%

Thursday, May 20th, 2010

Ich mach viel Spaß in diesem Blog, vieles was ich poste ist nicht so ganz ernst gemeint und ich liebe es, mich künstlich über etwas aufzuregen.

Es gibt allerdings auch so eine richtig hässliche Seite in Japan, die man manchmal, aber nur manchmal zu spüren bekommt.

Es gibt z.B. Debito, ein Human-Rights-Aktivist (einfach googeln), der bei jedem Kleinscheiss auf seiner Seite schreibt “Hilfe, hilfe, als Ausländer wurde ich diskriminiert”. Und es gibt andere, die sich über Debito lustig machen und behaupten, es würde in Japan überhaupt keine Scheiss geben.

Ich hatte vorher schon rumgelesen, und nach allem was man so hört, sind unter anderem Co-Signing beim Wohnungseinzug (in Japan benötigt man üblicherweise einen Bürgen, der den Mietvertrag mitunterzeichnet) und Kreditkarten so die Dinge, die für Ausländer oft unüberwindliche Hürden darstellen.

Mich hat es jetzt mal erwischt mit Nr. 2. Mein Kreditkartenantrag wurde abgelehnt.

Ohne jetzt groß über meine persönlichen Verhältnisse zu schreiben – es gibt dafür wirklich keinen rationellen Grund. Natürlich wurde mir auch keiner genannt.

Weil ich Ausländer bin?

Hm. In diesem Fall komme ich auch nach längerem scharfen Nachdenken auf keinen anderen. “Wir” sind halt sehr unzuverlässig und stellen ein zu hohes Kreditrisiko dar… oder so…

Ist das jetzt eine Tragödie? Sicher nicht. Aber wer öfter fliegt, der versteht sicherlich auch, wieso das ein ziemlich nerviges Problem ist…

Klimaanlage

Friday, April 30th, 2010

Vor kurzem wurden (endlich) Klimaanlagen in den Wohnungen hier installiert.

Ich denke, vorher waren wohl deswegen keine installiert, damit man länger im Büro bleibt. Ernsthaft, so hörte ich um ein paar Ecken, wohl eher deswegen, weil vorher viele Studenten irgendwelche Zusatzheizgeräte im Winter nutzten, elektrisch, mit Kerosin, Halogenleuchter… eben den perfekten Suizidinstrumenten, und es tatsächlich im Winter vier- oder fünfmal Feueralarm gab, weil irgendwelche Pansen es geschafft hatten, damit fast ihr Zimmer abzufackeln… naja, heizen mit Klimaanlage ist ja sowieso so ein Thema für sich, aber Atomstrom ist ja billig und hey, in den nächsten Monaten, gar nicht so weit von hier, brütet es wieder schnell…

Service war ja schon Thema des letzten Posting, und Service in Japan ist einfach toll. Fast immer umsonst, d.h. im Kaufpreis mitinbegriffen, wurden auch hier die Anlagen von professionellen Monteueren in professionell schneller Geschwindigkeit professionell installiert. Da kann sich jeder deutsche Handwerker wirklich mal eine Scheibe von abschneiden. Hier die Fotos, auf Kommentare habe ich verzichtet, da die Fotos ja quasi für sich selbst sprechen.

Telefonmann

Friday, April 9th, 2010

Könnte es sein, daß …. Herzlichen Glückwunsch Japan, willkommen in neuen Jahrtausend!

ich tatsächlich eine größere Auswahl als genau _vier_ Smartphones bekommen könnte? Wirklich?

Ja genau _vier_ momentan. Ich will eigentlich schon, seit ich in Japan bin ein Smartphone kaufen. Aber bisher haben mich sowohl Preise als auch Auswahl abgeschreckt.

Vier, daß ist kein Scherz, man schaue hier nach: Das ist die “Pro”-Serie bei Docomo.

In Deutschland wäre das die “Haben wir letztes Jahr vorgestellt, den alten Kram will aber mittlerweile keiner mehr haben”-Serie. Ich meine… die drei japanischen Modelle zählen nicht, denn die laufen mit irgendeinem dämlichen proprietären OS, so daß (ernsthaftes) eigenes Entwickeln von Applikationen nicht möglich ist. Ich meine, der Browser da drauf ist von Netfront, muss man dazu noch mehr sagen? Nun, vielleicht nicht mehr, als das z.B. ein Limit von 500KB/Webseite da ist und die Darstellung quasi jedes Newsportals scheitert. Internationalisierung, also Darstellung von Seiten mit europäischen Sonderzeichen oder Unicode… das ist ungefähr so “smart”, wie … naja, halt nicht. Achja, OperaMini installieren geht nicht. Wieso nicht? Propriertär. Woll’n ‘wa nich’.

Was Android angeht, hat man die Wahl zwischen dem ein Jahr alten HTC Magic und… naja, oder man nimmt es halt nicht. Übrigens japanweit – Docomo hat das einzige Android-Smartphone. Was Android angeht, hat sich ja in letzter Zeit weltweit auch wirklich nichts getan… Und … das Blackberry Bold. Tatsächlich. Es gibt tatsächlich in ganz Japan genau _ein_ Blackberry, das mehr als 1,5 Jahre alte Bold.

Und zwei Geräte mit Windows Mobile. Ich weiß nicht, warum Windows Mobile in Japan so beliebt ist (Willcom hatte ne ganze Serie davon… naja gut, die sind auch pleite) – sind Japaner masochistisch veranlagt?

Ist es also so, daß doch noch Hoffnung besteht? Das man einfach das Telefon, was man gerne möchte privat kauft, sich dazu einen passenden Vertrag und Provider sucht? Könnte es sogar sein, daß Nokia wider zurückkommt? N900? Google Nexus im freien Verkauf? Simlock-free Iphone aus Italien? (interessant auch, daß die Newsmeldung Europa und den dortigen Verkauf von legal ungelockten Iphones gekonnt ignoriert).

Nein, ich kann mir schon denken, _wie_ das umgesetzt wird. Nämlich so, daß Hersteller Ihre Telefone “zufällig” nicht im freien Handel anbieten oder wenn, nur zu Preisen die jenseits von gut und böse liegen. Daß das Kaufen “nur” einer SIM-Karte + Vertrag preislich nicht attraktiv ist. Daß bestimmte Vergünstigungen nicht möglich sind, wenn man ein “fremdes” Telefon nutzt. Daß Mail, Internet und Co. “zufällig” nicht oder nur unter großem Aufwand funktionieren.

Manchmal ist es hier einfach… es gibt zwar ein “Hackertum” in Japan, aber prinzipiell unterscheidet sich der Geist dahinter doch sehr vom Westen. Das sieht man dann daran, daß z.B. Android hier kaum anzukommen scheint. Überhaupt ist freie Software, DRM etc. kaum ein Thema. Die Gründe sind vielfältig, zum einen sicher ガ ラパゴス化, zum anderen liegt es wohl auch schlicht daran, daß man in Japan doch einfach nicht etwas tut, was nicht erlaubt ist.

Hypersims sind mir in Akihabara jedenfalls noch nicht untergekommen (wobei ich nicht auschließen möchte, daß sie nicht doch irgendwo unter der Theke gehandelt werden). Aber auch wenn – die Netzstrukturen sind so proprietär, was würde man hier schon mit einem Uber-Smartphone ohne e-mail anfangen wollen…

EDIT: Bevor jemand meckert – mittlerweile bringt Softbank einige Androidmodelle von HTC und bei Docomo gibt es jetzt Smartphone Nr. 5, das Xperia X10.

Japanische Bürokratie

Tuesday, April 6th, 2010

Ich habe mal wieder sooo einen Hals, also muss gepostet werden.

Obwohl, eigentlich…

Muss man fairerweise sagen, daß die japanische Bürokratie eigentlich ganz in Ordnung ist. Bis auf Führerscheinbehörde (elendiges Warten, Führerscheinbehörde derart in der Pampa, daß man ohne Auto eigentlich nicht hinkommt… die Ironie!) und, obligatorisch, die Ausländerbehörde… obwohl die eigentlich auch ganz in Ordnung waren… und wenn ich so die Geschichten von Kommilitonen in Deutschland hörte, scheint man in Deutschland derart viel Ermessensspielraum in die Hände des zuständigen Beamten zu legen, daß man, abhängig davon, wie des Beamten morgentlicher Stuhlgang war, quasi zwischen Deportation und Einbürgerung steht.

Das ist in Japan nicht so, die Abläufe sind geregelt und festgelegt, fast schon Bürokratie im Weberschen Sinne – zumindestens was meine, sicherlich nicht repräsentativen Erfahrungen angeht.

Ja Moment, ich wollte mich doch beschweren!!!

Was nervt, ist daß die Behörden einem immer mal wieder irgendwelches Geschreibs zuschicken. Auf denen so Wörter stehen wie

国民年金保険料学生納付特例申請書

Könnt Ihr nicht lesen, Ihr Amateure? Ist doch easy. Kokuminnenkinhoukenryougakuseinoufutokureishinseisho. Easy. Der nächste Japaner allerdings, der ankommt mit “Donaudampfschifffahrtskapitänsmütze”, Deutsch, das ist ja soooo schwierig, dem hau’ ich in die Fresse.

‘ne, da fehlen keine Hiragana, das ist auch kein Chinesisch. Aber wenn es dann mal weniger Kanji sind, ist es ein Wort, von dem ich im Leben noch nichts gehört habe.

Zum Beispiel 障碍者控除.

F***. F***, F****, F*************!!!!!

Ich habe jetzt ca. _1,5_ h damit verbracht, so eine dumme Postkarte auszufüllen. Etwa, wie der Typ in Eurotrip, im Club Vandersexxx, mit dem Safeword.

Und irgendwie komme ich mir auch genauso benutzt vor.

Es ist ja noch nichtmal so, daß ich gar kein Kanji davon kenne. Auch wenn es mir manchmal peinlich ist, nicht über Level 3 hinauszukommen (und dann wird man auch noch quasi zu N4 “abgewertet”, dieses Jahr), aber nun ist mein Primärziel nun mal nicht Japanisch zu lernen… auch wenn wenn das unter den Sekundärzielen sicher ganz ganz oben liegt.

Aber was bringt einem das? Selbst wenn ich ein Kanji kenne, ja wenn sogar der Teilbegriff irgendwie Sinn macht (äh… irgendwas mit Rente – Studenten … besonders … Geschreibsel… Hm…). Das ist in etwa so, wie ein bißchen schwanger. Nett, daß man die Richtung weiß, aber es bringt einem ja nichts, es empfiehlt sich dann doch, sich hinzusetzen und gewissenhaft nachprüfen.

Der Punkt ist, ich hab den Sch**** ja schon letztes Jahr ausgefüllt und abgeschickt, aber natürlich habe ich diese ganzen speziellen Spezialbegriffe der Spezialbürokratie nicht auswendig gelernt. Ohne Steuern, mit Steuern, Witwensteuernachlass. Moment, Witwensteuernachlass? WTF???

Ich hab’ früher immer die hzB damit genervt, aber erstens ist die auch beschäftigt, zweitens macht ein Mann solche Sachen selbst, wenn er ein echter Mann ist, richtig? Richtig! Und drittens, und ich hoffe sie liest das Posting jetzt nicht so weit, sonst kriege ich wieder Haue, habe ich zu oft gehört “Keine Ahnung, was man da ausfüllen muss. Das macht immer Papa.”

Das ganze kommt dann auch immer noch in einer 8Punkt Font, so daß man die Kanji kaum entziffern kann. Dann gehts ab mit IME oder Denshi-Jjisho zum Kanjikritzeln, Kanji für Kanji. Lesungen runterschreiben, Bedeutung nachschauen… und dann geht halt für so eine dämliche Postkarte 1,5h drauf. Fairerweise – es ist auch immer meist ein Erklärungszettel dabei, auf dem alles ganz genau erklärt ist. Auf Japanisch. Mit noch mehr Kanji. Und alles immer im Beamtenjapanisch, mit möglichst wenig Hiragana. Und Heisei. Verdammt. Scheiss Monarchie, wann kommt endlich die große Revolution, die die Republik bringt? Naja, Revolution, in Japan wohl nie. Muss ich da doch wieder selbst Hand anlegen?

Hilft alles nix, da muss man durch. Ich schließe mit einem Zitat des Griechen über das Japanische, dem Sack, der steht kurz vor 1kyu, nicht das ich neidisch wäre… Ich bin grün vor Neid.

japanese -

it’s a battle mate, it’s a battle. And we have to devote time to that, also.

Kino in Japan

Monday, January 11th, 2010

Achja, frohes neues Jahr und so den ungefähr zehn Leuten, die das Blog lesen und die ich leiden kann. Der Rest kann mich mal.

Ebenso wie die japanische Kino- und Filmindustrie.

Ich war mit der hzB neulich in Up, bzw. nein, in カールじいさんの空飛ぶ家 (Onkel Karls fliegendes Haus oder so), ja, die Japaner machen ähnlich bescheuerte Umbenennungsgeschichten wie in Deutschland, ich erinnere da nur an American Ninja -> American Fighter und… verdammt jetzt komm ich grad nicht drauf, will auf Wiki nachschauen, krieg aber nen time-out, weil die offline sind, weil ihr geizigen Säcke alle nicht spendet, aber ich auch nicht. Vielleicht isses aber auch nur die $&§$”wlanverbindung hier.

Miss Undercover, genau, weil ja Miss Congeniality einfach zu schwer ist, das checkt ja keiner. Oft gibts ja stattdessen einfach nur die Übersetzung für die Doofen mit dabei, (Chicken Run – Hennen rennen, Payback – Zahltag) aber Frau Kongenial klang wohl nicht so toll. Die Japaner stehen dem aber in nichts nach, mein Favorit ist auf jeden Fall ワイルドスピード (WAILUDO ßUPIIIDO) … na? na? Genau! Wild Speed statt The Fast & The Furious.

Ich komme vom Thema ab. Das eigentlich Problem ist, daß amerikanische Filme ins Japanische Kino mit etwa sechsmonatiger Verspätung kommen. Up kam z.B. am 29. Mai in die amerikanischen Kinos, DE weiß ich jetzt nicht, schätze ähnlich + max 4 Wochen oder so. In Japan war das offizielle Release am 5. Dezember.

Jetzt kann man sich fragen wieso, Synchro sicherlich nicht, denn meist wird untertitelt (oft kann man allerdings aussuchen). Nein es liegt natürlich daran, daß Japan einfach anders ist, die japanische Kultur, die japanische Tradition verbietet es einfach, ausländische Filme sofort zu Release zu veröffentlichen. Das war jahrhundertelang so, es ist Tradition und man kann Traditionen nicht so einfach brechen. Immer fängt er an zu vergleichen, Ausland und Japan und Japan und Ausland und Japan ist einfach ANDERS(TM), akzeptier das doch mal!

Ernsthaft, die wirkliche Ursache liegt natürlich woanders. Dazu betrachten wir mal das US-amerikanische DVD-Releasedatum, das war nämlich am 4. November 2009. Das gibt einen ersten Hinweis.

Es ist klar, daß es in Japan kaum Menschen gibt, die gesprochenes Englisch verstehen. Geschrieben, vielleicht, dann kann man es in Ruhe übersetzen, aber gesprochen? Also wer soll die Untertitel schreiben? Daher warten die Studios in Japan, bis in den USA die DVD mit englischen Untertiteln erschienen ist, geben die DVDs dann den japanischen Übersetzungsbüros und die machen dann die Untertitel mit Google Translate und alle sind glücklich und gehen ins Kino und lesen den Film.

Fast alle.

Typischerweise geht die Konversation zwischen mir (Kinoliebhaber & Filmfan) und hzB (nicht ablehnend, aber auch nicht so begeistert) in etwa so:

Me: Wolln wa nicht mal wieder ins Kino?

hzB: Hm… na ok. Wie wäre es mit Inglorious Basterds, der mit Buraddo Pitto.

Me: Brat Pitt! Brad Pitt! Und außerdem wird er von Christoph Waltz an die Wand gespielt.

hzB: Burado Pitto! Burapi. Sag ich doch! (beim Aussprechen des Namens dahinschmelzend)

Me: Hmpf. Wie auch immer. Geht nicht. Naja ok können wir, aber hab ich schon gesehen.

hzB: Mah, wieso hast Du den schon gesehen??? Aber egal, wie wärs, wenn wir noch etwas warten? Da kommt dieser interessante Film mit … ich hab den Titel vergessen, aber die Handlung ist in etwa … blabla… und dann ….

Me: Hab ich schon gesehen.

hzB: MAAAAAAAH! So geht das nicht! Immer hast Du schon alle Filme gesehen! Dann gehen wir nicht ins Kino!

Me: Ich will aber? Wie wärs denn mit $ActionBlockbuster #124???

hzB: Du weißt ich mag solche Filme nicht. Hör gefälligst auf, immer allein Filme zu gucken! Das ist unmöglich! Du bist zu egoistisch…

Me: …

Ich bekomme also regelmäßig Haue.

Und alles nur, weil die verdammten Highschool Englischlehrer ihren Job nicht können.

Abgesehen davon, Up ist wirklich sehenswert. Sehr traurig, etwas kitschig und eigentlich viel zu traurig für Kinder… und Erwachsene. Aber sehenswert.

Hamwa wieder was gelernt, hamwa

Monday, November 9th, 2009

wieder was gelernt, ham wa wieder was gelernt beim Bernd…

so halb ist dieses Blogposting mehr eine Erinnerung an mich selbst, für den nächsten Versionssprung.

Eingabe japanischer Zeichen unter Linux ist immer so eine Sache. Es funktioniert meistens nach viel Arbeit irgendwie, bis man die nächste Version installiert. Es gibt zahlreiche “Input-Server”, die für mich als Benutzer zwar im Prinzip alle gleich sind, sich aber doch in manchen Dingen unterscheiden, genauer gesagt meist in der klitzekleinen Tatsache, daß manche in manchen Versionen unter manchen Distributionen manchmal japanische Zeichen liefern, manchmal aber auch nicht. Ich bin, als Fan von freier Software, aber sehr sehr froh, daß ich die Wahl habe zwischen zahlreichen verschiedenen Input-Servern (es könnte ja eventuell einer proprietär werden), ich beschäftige mich sehr gerne mit der Konfiguration meines Systems in meiner zahlreichen Freizeit. So wie bei OSX und Windows ein paar Klicks in ein paar Menüs und schon kann man Japanisch eingeben, also das wäre doch langweilig. OSX und Windows können das ja auch erst seit ca. OSX 10.2 und Windows 2000, das sind ja gerade mal ca. 8-9 Jahre. Kann ich schon verstehen, daß sich da niemand drum kümmert, wer lernt denn heutzutage schon eine Fremdsprache. Besser mal was einbauen, wovon ich als Desktopnutzer wirklich profitiere.

Für Ubuntu gibt es hier ne nette Anleitung die nicht schlecht ist, bis auf den kleinen Mangel, daß sie nicht funktioniert. Genauer: Scim funktioniert hier unter 9.04 nicht mit Qt-Programmen. Was heißt, daß man bei Anki keine japanischen Zeichen eingeben kann. Was nervt.

Ich bin dann folgendermaßen zum Ziel gekommen (wie gesagt, Ubuntu 9.04).: Mit UIM. Ich weiß nicht, welche der Schritte redundant sind und eigentlich nicht benötigt werden, aber ich werde einen Teufel tun, jetzt irgendwas zu verändern, um herauszufinden, ob es benötigt wird.

1.) Obiges Tutorial befolgen, um grundlegenden Japanisch-Support zu bekommen, d.h. vernünftige Schriften etc.

2.) Alle Pakete mit scim-* deinstallieren

3.) Paket im-switch, sowie ziemlich alle Pakete mit uim-* installieren, insbesondere: uim-applet-gnome, uim-xim, uim-anthy, uim-gtk2.0

4.) ~/.gnomerc hat als Inhalt:

GTK_IM_MODULE=uim ; export GTK_IM_MODULE
QT_IM_MODULE=uim ; export QT_IM_MODULE
uim-xim &
XMODIFIERS=@im=uim ; export XMODIFIERS

5.) uim-pref-gtk ausführen, z.B. im Terminal

6.) Input-Meta-Toggle-Key auf “CTRL + Space”, “Shift-Space” oder “Alt-Shift” setzen, je nach Geschmack. CTRL-Space war ich von Scim-Zeiten gewöhnt. Bzw. von den wenigen Scim-Zeiten, als Scim tatsächlich funktionierte.

7.) Alternative Input Method: Anky

9.) Jetzt noch nach System->Einstellungen->Startprogramme und da einen neuen Eintrag machen für “uim-toolbar-gtk-systray” um ein Icon in der Gnome-Leiste rechts oben zu bekokmmen. KDE leider unKool: da habe ich Keinen Plan.

Und schon kann man Japanisch schreiben, trotz deutschem Locale. War doch ganz einfach. Wie man jetzt Tomoe (japanische, mehr oder weniger funktionierende Handschrifterkennung) wiederbekommt, das nehme ich mir als Projekt für den nächsten längeren Urlaub vor.

Ansonsten bin ich mal gespannt, was man sich hat einfallen lassen bei 9.10, damit obiger Weg nicht mehr funktioniert. Irgendwas Vertracktes wird sich schon gefunden haben. Scim, Uim – Canna habe ich bisher noch nicht ausprobiert, das wäre doch mal was. (Canna ist kein Inputserver, sondern quasi die – obligatorische – Alternative zu Anthy. In Linux geht halt nichts ohne mindestens zwei konkurrierende Projekte, die im Prinzip das gleiche tun und beide Bugs haben)