Japanisch-deutsche und Deutsch-japanische Wörterbücher: Teil 3 (EPWING)

March 2nd, 2010

Jetzt wird es interessant. Für die Techniker, Technologen. Für die anderen sei an dieser Stelle gesagt, daß nach diesem Teil erstmal Schluss ist; es wird dann auch wieder nicht-technische Postings über Japan geben.

Ein Industriekonsortium japanischer Firmen hat sich irgendwann in den 90ern, als CD-ROMs ‘ne große Sache wurden, zusammengesetzt, und einen elektronischen Wörterbuchstandart [1] beschlossen, namens EPWING.

Es gibt EPWING-Versionen verschiedenster Wörterbücher, unter anderem zahlreiche Japanisch-Englische Wörterbücher; hier die Übersicht, und hier ein paar amazon-Links: z.B. Kenkyusha, nochmal Kenkyusha, oder Genius (zum Vergleich, nach zumindestens grobem Überblick ist auf den meisten Denshi-Jishous eine Version von Genius, allerdings oft abgespeckt; man möge mich da ggf. korrigieren)

Aber auch einsprachige Wörterbücher gibt es in EPWING-Versionen, Koujien afaik nicht, jedoch das Daijirin. Ich bin mir nicht sicher, ob letzteres noch regulär im Verkauf ist – was allerdings kein Problem ist, aber dazu später.

Es gibt aber auch Wadokus und Dokuwas im EPWING-Format:

- des Crown Dokuwa (クラウン独和辞典) das sich auch auf dem Casio Denshi-Jishou und dem Sharp findet

- des Wadoku.de, hier

Das Crown Dokuwa findet sich einzeln für ca. 8000 Yen, z.B. hier (auch hier weiß ich nicht, ob das noch regulär verkauft wird… ich bin aber skeptisch, weil ich sowohl das o.g. Daijirin als auch das Crown in diesen Versionen noch in keiner Buchhandlung entdecken konnte…)

Und, und das ist das tolle und der interessante Teil dieser ganze Wörterbuchpostinggeschichte, es gibt eine Möglichkeit, sowohl das Crown Dokuwa als auch das Shin-Konsaizu Wadoku in einer EPWING Version zu bekommen, und zwar zusammen für schlappe 6000 Yen, japanischen, technikaffinen Fremdsprachenlernen sei Dank. Dazu muss man allerdings fummeln. Denn die beiden Wörterbücher werden auf CD in einem proprietären Format geliefert. Zusätzlich kann man auch das Daijirin in diesem proprietären Format für ca. 6000 Yen kaufen und konvertieren.

Zunächst als Warnung, Kauf und Konvertierung des Daijirin habe ich (noch) nicht erledigt, Crown & Shinkonsaizu funktionierten aber problemlos; und lt. untenstehenden Anleitung läuft die Konvertierung für das Daijirin analog.

Benötigt wird

- Diese CD für Jap/Deu und Deu/Jap bzw. diese für das Daijirin (zusätzlich ist noch ein Katakana-Wörterbuch wohl für Lehnwörter dabei). Jenes Jap/Eng, Eng/Jap funktioniert ebenfalls analog. Vom selben Verlag gibt es auch noch Jap/Fr+Fr/Jap, sowie, nun ja, eben alle Wörterbücher/Lexika, die hier unter 動作確認 aufgeführt sind.

- Ruby für Windows ( am Besten den Rundum-Sorglos-Installer)

- Eine Software, die das proprietäre Format der CD (BTONIC) in XML umwandelt, hier

- Eine Software, die die XML Dateien in ein erweitertes HTML-Format bringt, hier

- eine Software (ich nutzte die Version 1.69), die aus den speziellen HTML-Dateien ein EPWING – Wörterbuch backt, hier

(die unregistrierte Version reicht, es sei den man möchte auch nach Wörtern suchen, die auf ein bestimmtes Kanji enden oder ein bestimmtes Kanji in der Mitte enthalten … ich bin ohne ausgekommen, hat aber sichierlich je nach Verwendungszweck praktische Relevanz).

Wie man vorgeht, ist auf den entsprechenden Seiten ganz gut dokumentiert und sollte auch für technikaffine Leser, die Japanisch nicht so gut verstehen, nachvollziehbar sein. Umgekehrt bin ich mir nicht so sicher, aber hey, dann liest man auch nicht dieses Blog, gell? :-)

hier die Schnellversion:

(getestet unter XP)

- System auf Japanisch umstellen, insbs. Japanisch für nicht-unicode Programme aktivieren, afaik irgendwo in

Systemsteuerung -> Regions- und Sprachoptionen -> Erweitert(?) -> Sprache für unicode-inkompatible Programme -> Gebietsschema auf Japanisch setzen (sorry, die genauen Begriffe sind mir entfallen und bin momentan unter Linux; unter Windows 7 zumindestens findet man die Option in der Systemsteuerung unter Region und Sprache, Tastaturen und Eingabemethoden ändern, Verwaltung)

- System auf 96 dpi stellen, in den Anzeigeoptionen (ist der voreingestellte Wert bei Windows, wenn man nicht irgendwo “große Schriftarten” etc. eingestellt hat)

- Software von CD-ROM installieren

- Ruby installieren

- Zwei Ordner, z.B. C:\xmldic\konsaizu und C:\xmldic\crown erstellen

- BTONIC2XML benutzen, z.B. entpacken nach c:\bt2xml

DOS-Fenster auf, der Befehl sollte in etwa folgender sein:

ruby -Ks c:\bt2xml\BTONIC2xml.rb “C:\Program Files\SANSEIDO BTONIC Viewer\CrownDE\CrownDE.exi” c:\xmldic\crown

und

ruby -Ks c:\bt2xml\BTONIC2xml.rb “C:\Program Files\SANSEIDO BTONIC Viewer\ConcJD\ConcJD.exi” c:\xmldic\konsaizu

(also vom Prinzip her “ruby -Ks “scriptname” “Quelle der entsprechenden .exi Datei” “Zielordner”

(kann durchaus zusammen für beide Wörterbücher so eine gute halbe Stunde dauern)

- Man muss eine spezielle Ordnerstruktur erstellen und die erzeugten XML-Dateien sowie verschiedene Dateien vom SANSEIDO BTONIC Viewer – Ordner rüberkopieren. Wichtig ist auch, verschiedene png-Dateien in jpg umzuwandeln und, wenn man die Aussprachedateien mitkonvertieren will, die mp3s in wav umzuwandeln; die png’s müssen zwangsweise umgewandelt werden (in der Formatspezifikation müssen afaik auf japanischen Systemen nicht-darstellbare zeichen als Grafiken, sog. gaiji, vorliegen, sonst kann es seinn, daß verschiedene Reader später meckern); die Audiogeschichte ist optional – ich persönlich habe das nicht gemacht, weise hier aber nochmal ausdrüclich auf die Fußnote des letzten Postings hin.

Alle Schritte sind recht ausführlich hier dokumentiert. Die Schritte variieren je nach Wörterbuch, für die Crown und Konsaizu hält man sich an die Beschreibung für das Waei, abweichende Dinge sind im Link dokumentiert.

Ich spare mir mal weitere Details; ggf. gerne in den Comments fragen, falls was nicht klappt

- jetzt müssen die XML – Dateien in ein erweitertes HTML – Format zur Verwendung mit EBSTudio umgewandelt werden. Dazu ruft man die, zum entsprechenden Wörterbuch passenden Skriptdateien (also .bat) in der Kommandozeile auf. Im Falle des Crown Dokuwa also CrownDE.bat; im Falle des Konsaizu ConcJD.bat etc. (Dauert nochmal so ne gute halbe Stunde)

- Dann EBStudio benutzen, um je ein Wörterbuch im EPWING-Format zu bekommen. (Jeweils ein anderes Zielverzeichnis wählen!)

Die Einstellungen für EBStudio am Besten _genau_ so wählen wie bei obigem Link beschrieben und sonst keine weiteren Änderungen vornehmen. So hat es zumindestens hier funktioniert.

WIESO MACHE ICH DEN QUATSCH EIGENTLICH?

Guter Punkt. Zum jetzigen Zeitpunkt hat man nun mehrere Wörterbücher im EPWING – Format, z.B. in meinem Falle diese jene:

- Shin-konsaizu Wadoku

- Crown Dokuwa

- Wadoku.de Wadoku

ggf. kämen dann noch Waei, Eiwa, Daijirin etc. hinzu. Außerdem gibt es von fast allen Wörterbüchern, die es im Netz als Freeware gibt, EPWING Versionen, z.B. EDICT oder Kanjidic.

Und jetzts kommts (für alle die, die es nicht wissen):

EPWING Viewer gibt es nicht nur nahezu für _alle_ PC-Plattformen:

- EBWin für Windows, Jamming für Mac, EBView für Linux (naja, technisch gesehen gibt es letzteres auch für Windows, aber es ist halt nicht so besonders, das GUI ist kryptisch, basiert auf Gnome und meckert bei der Wadoku.de EPWINGversion ständig über fehlende gaiji)

aber eben auch für alle möglichen Mobilplattformen:

- iDic oder EBView/IPhone für das iPhone/iPod-Touch

- Droidwing für Android

- EBPocket für WindowsMobile

- EBBerry für Blackberry

Natürlich müssen die Geräte auch Japanisch verstehen, für das iPhone und und Android sollte das nicht so ein großes Problem sein, für WindowsMobile gibt es zahlreiche Hacks; für Blackberry: Kein Plan, ich nehme an, man braucht das japanische Docomo-Blackberry, lasse mich aber gern eines besseren belehren.

Die meisten Viewer erlauben es, _parallel_ in allen Wörterbüchern gleichzeitig zu suchen. Desweiteren ist es kein Problem, gefundene Wörter nachzuschlagen, d.h. der Weg Deutsch -> Japanisch -> Lesung nachschlagen ist ein Kinderspiel.

Manche der Mobilplattformen erlauben es, japanische Handschrifterkennung nachzurüsten. Zudem kann man die EPWING Dateien, bei einem Update des Gerätes problemlos weiterbenutzen; parallel am PC und am Mobilgerät nutzen – einem Denshi-Jishou imho einfach überlegen. Und ein Mobiltelefon hat man meist wirklich immer dabei.

Hört Ihr das? Da im Hintergrund?

Genau, daß ist mein manisches Gelächter, muahahahahahahha, nein passender (Ende vorspulen), ich liebe es, wenn ein Hack funktioniert.

Ernsthaft hoffe ich jedoch, daß diese Informationen für den einen oder anderen nützlich sind. Hätte ich all diese Dinge vorher gewusst, also insbesondere daß es eine Möglichkeit gibt, wadoku.de mit einem halbwegs vernünftigen Dokuwa zu koppeln (Crown)[2], hätte ich wahrscheinlich damals kein Denshi-Jishou, welches jetzt doch nur in der Ecke liegt, gekauft.

[1] nene, das wird heutzutage so geschrieben, und ein bisschen mag ich es einfach, meine und Eure Augen zu quälen.

[2] naja, es gibt bessere Dokuwas als das Crown, aber Alternativen in digitaler Form sind nunmal entweder nicht vorhanden oder kommen nur in Form von Denshi-Jishous, wo dann aber wieder andere Wörterbücher, insbesondere Wadoku.de fehlen.

Japanisch-deutsche und Deutsch-japanische Wörterbücher: Teil 2 (Denshi-Jishous)

February 27th, 2010

Sorry, das wirklich Interessante kommt erst in Teil 3 :-)

Von deutscher Seite gibt es genau ein Wörterbuch, ein Japanisch-Deutsches und wahrscheinlich ist jeder zu einem gewissen Punkt schon mal drüber gestolpert, ich rede von www.wadoku.de

Wadoku.de ist ein Communityprojekt und für Deutsche, die Japanisch lernen sehr sehr praktisch. Selten gab es Wörter, die ich im Wadoku.de nicht gefunden habe.

Für Japaner allerdings, ist es nur bedingt geeignet, da einfach grammatikalische Anmerkungen zu den deutschen Übersetzungen fehlen. In der neuesten Version sind oft Beispielsätze zur Verwendung der Vokabeln hinzugekommen, was schon durchaus hilft – es bleibt aber dabei, es ist in erster Hinsicht ein Projekt von deutschen Muttersprachlern für deutsche Muttersprachler.

Von deutschen Verlagen gibt es keine Japanisch-Wörterbücher in irgendeiner elektronischen Form. Das ist, wenn man vorher gewohnt ist, beim Englischlernen mit Wörterbüchern zugeworfen zu werden, zunächst etwas erstaunlich.

Ich kann mich daran erinnern, daß, als ich ca. 1994 mein CD-ROM, ein Mitsumi FX001D (das D steht für Double-Speed) kaufte, um Rebel Assault zu spielen (wie alle, die damals ein CD-ROM für den Computer kauften), kam sehr sehr schnell ein Deutsch-Englisches Wörterbuch hinzu. Lief unter DOS, war mit Copy&Paste etwas schwierig, aber immerhin.

Denshi-Jishous:

Denshi-Jishous sind kleine, PDA-oder Palm-ähnliche Geräte mit integrierten Wörterbüchern, können aber auch wirklich nur dafür verwendet werden. Meist ist ein Monochromdisplay verbaut und dementsprechend halten solche Geräte dann auch problemlos wochenlang mit einer Batterie- oder Akkuladung. Sie richten sich vornehmlich an Japaner, die Fremdsprachen lernen, daher ist die Menüoberfläche ganz in Japanisch gehalten. Manche haben ein kleines Touchpad mit japanischer Handschrifterkennung, was auch für deutsche Lernende, die ein unbekanntes Kanji nachschlagen wollen, interessant ist. Fast alle Denshi-Jishous haben außer der Übersicht unten auch noch umfangreiche Japanisch<->Englische Wörterbücher und Japanisch-Japanische Wörterbücher (meist eine, oft ältere oder abgespeckte, Version des Daijirin oder Koujien).

Denshi-Jishous sind nur in Japan erhältlich, Zwischenhändler verkaufen sie, meist zu unverschämt überhöhten Preisen, auch in Europa.

Was Deutsch<->Japanisch angeht, kommen genau drei Modelle in Frage:

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Seiko (ohne Handschrifterkennung), ca. 20.000 Yen

Wörterbuch: nur Deutsch->Japanisch, elektronische Version des im letzten Posting erwähnten 新アクセス独和辞典

EDIT 16.04.2010: Ich muss mich korrigieren. Auch ein recht gutes Wadoku ist enthalten. Das Wadoku ist vom Umfang her sogar (63000 Einträge) doppelt so groß, wie das in den anderen Denshi-Jishos enthaltene Shin-Konsaizu. Was die Wörterbücher angeht, spielt das Seiko als imho in der Oberliga und schlägt die anderen Modelle aufgrund des umfangreichen Wadokus. Schade, daß das Seiko kein Touchpad mit Handschrifterkennung hat.

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Sharp (mit Handschrifterkennung), ca. 23.000 Yen:

(+ Erweiterungskarte Deutsch – es gibt eine Version mit Sprachausgabe für deutsche Vokabeln und eine viel preiswertere ohne, für deutsche Muttersprachler ist aber wohl die Aussprache deutscher Wörter kein Problem) [1]

Japanisch Deutsch: digitalisierte Version des schon im letzten Teil erwähnten 新 コンサイス和独辞典 (Shin-Konzaisu Wadoku)

Deutsch Japanisch: digitalisierte Version des schon im letzten Teil genannten ク ラウン独和辞典(第3版) (Crown Dokuwa)

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Casio (mit Handschrifterkennung), ca. 45.000 Yen:

Außer den beiden o.g. Wörterbüchern des Sharps ein weiteres Dokuwa, die Papierversion war ebenfalls im letzten Posting erwähnt: 独 和大辞典 (単行本)

EDIT: das ist _wirklich_ groß. Inhaltlich kann ich nicht viel zu sagen, aber wahrscheinlich das Größte Dokuwa überhaupt, über 160.000 Einträge. Wie groß, ist mir erst aufgefallen, als ich bei Junkudo die gebundene Ausgabe “live” gesehen habe. Kann man ohne Weiteres jemanden mit erschlagen. Schwierig für einen erwachsenen Mann, mit einer Hand zu halten, für eine Japanerin unmöglich. Für japanische Muttersprachler, die natürlich eher an Deutsch -> Japanisch interessiert sind, vielleicht das beste Denshi-Jishou.

—-

Ich persönlich halte nicht so viel von Denshi-Jishous. Es gibt genau ein elektronisches Gerät, was ich immer mit mir rumschleppe (mein Telefon), alles andere stört nur oder man hat es dann ja im Falle des Falls doch nicht eingepackt. Denshi – Jishous sind recht teuer (besonders in Europa) und können wirklich nur als Wörterbücher benutzt werden.

Zudem: Wenn man wirklich einen Text übersetzt oder lernt, sitzt man meistens doch zuhause in Reichweite eines Computers – mit einer vernünftigen Tastatur und einem echten Bildschirm, mit Copy & Paste und mit all den zusätzlichen Hilfen, die einem das Internet bietet.

Und, und das ist ein Hauptgrund: Wie man schon oben sieht, gibt es, außer dem Wadoku auf dem Seiko, genau eine elektronische Version eines Japanisch-Deutschen Wörterbuchs, nämlich das 新コンサイス和独辞典. Das enthält ca. 36000 Stichworte – viele zusammengesetzte Wörter stehen nicht darin, 36000 ist so gerade an der Grenze zur Nutzbarkeit. Aus Sicht eines deutschen Muttersprachlers, der Japanisch lernt, ist es imho wesentlich schlechter verglichen mit dem Wadoku.de.

Es gibt aber noch Alternativen was digitalisierte Wörterbücher angeht, nämlich das Hinzufügen von Wörterbüchern auf Mobilplattformen. Dazu mehr im nächsten Teil. Auf der anderen Seite ist die Handschrifterkennung japanischer Zeichen bei Denshi-Jishous von großem Vorteil. In Bezug auf das nächste Posting: Die einzige Mobilplattform, die daß hinreichend beherrscht, ist Windows Mobile (also das alte, für Windows Phone 7 ist alles völlig offen).

[1] Ich möchte jedoch allen Lesern stammend südlich des Weißwurstäquators (also Landesgrenze NRW) sowie des wilden Ostens (Sachsen, Thüringen) die Version mit Aussprachehilfe Deutsch ganz besonders ans Herz legen.

Japanisch-deutsche und Deutsch-japanische Wörterbücher

February 26th, 2010

(Hinweis: Wenn ich Japanisch – Deutsch (oder wadoku) schreibe, meine ich ein Wörterbuch VON Japanisch NACH Deutsch, umgekehrt (dokuwa) von Deutsch NACH Japanisch. Die Richtung ist, mehr noch als z.B. bei Deutsch-Englisch wo man oft eine 1:1 Beziehung zwischen den Wörtern hat, von großer Bedeutung.)

Ich dachte ich mache mal ein Posting zu Wörterbüchern, ist ein Thema, das jeden Japanischlernenden zu irgendeinem Zeitpunkt irgendwann beschäftigt. Über Kommentare, Anmerkungen, auch zu Fehlern etc. freue ich mich und bitte um Posting in die Comments.

Zunächst mal: Es sieht recht düster aus. Fangen wir mal mit den klassischen Papierwälzern an. Wobei ich da eigentlich nicht viel zu schreiben möchte, denn mal im Ernst: Vom gelegentlichen Nachschauen mal abgesehen, sind Wörterbücher auf Papier fast nutzlos. Dauert einfach viel zu lange.

Von deutschen Verlagen gibt es genau zwei Wörterbücher überhaupt.

Zum einen das kleine gelbe Langenscheidt, das wohl jeder, der über diese Sprache gestolpert ist, besitzt. Es ist auch nicht schlecht, quasi Westentaschenformat (kleiner als die Handfläche eines Gaijins, also etwa doppelt so groß wie die Hand einer japanischen Frau), daher benutzbar auch unterwegs.

Allerdings: Der Umfang ist natürlich auch dementsprechend begrenzt.

Dann gibt es das “Große japanisch-deutsche Wörterbuch”. Ich liebe dieses Projekt. Es sollte ursprünglich glaube ich vor 5 Jahren erscheinen, im Moment sind sie bei Band 1: A-I. Band 1 kostet 280€. Mal abgesehen von der Frage, wer sich im Moment ein Wörterbuch nur von A-I kauft, freue ich mich schon sehr, wenn ich in 2030 dann die komplette Ausgabe in drei Bänden für schlappe 840 Euro kaufen kann.

Eine elektronische Ausgabe ist, was man so durch Japanologiestudenten, die irgendwie nah an der Quelle sind, so hört, ausdrücklich nicht geplant.

Ich persönliche finde das eine tolle Idee, dieser neumodische Elektronikkrimskrams, das bringt es doch eh’ nicht, oldschool ruleZ! Den Vorteil bei Wörterbüchern sehe ich auch nicht, ich bin ja geschickt und schnell mit den Händen. Auch diese komischen Scheiben, da weiß ich bis heute nicht, ob man die jetzt auf 45 oder 33 abspielt. Ich krieg’ da nie ‘nen Ton raus.

Es gibt einige japanische Verlage, die sowohl Deutsch-Japanische, als auch Japanisch-Deutsche Wörterbücher herausbringen – manche werden nicht mehr verlegt. Eine gute Übersicht gibt es z.B. hier.

Die meisten von den dort genannten Büchern werden auch aktuell noch in Japan verkauft. Zumindestens der Schinzinger (unter Japanologen wohl sehr bekannt) wurde 2008 neu aufgelegt, ich weiß allerdings nicht, ob das auch inhaltliche Überarbeitungen betrifft.

Die hzB besitzt das Apollon – außer stark kontemporären Ausdrücken (Hasse ma’ ‘ne Kippe am Start?) haben wir da bisher eigentlich fast alles gefunden. Vom Apollon gibt es ebenfalls eine Neuauflage.

Hier mal die Links zu einigen Wörterbüchern auf amazon.co.jp (es empfiehlt sich imho auch mal die Preise von deutschen Importeuren mit der Direktbestellung bei amazon.co.jp zu vergleichen… oft kommt man tatsächlich preiswerter mit einer Bestellung in Japan hin).

Wadokus:

新装版 現代和独辞典 (Shinsouhan gendai wadoku jiten) (Schinzinger)

新コンサイス独和辞典 (Shin konsaizu dokuwa jiten)

Dokuwas:

新アポロン独和辞典 (Shin apollon dokuwa jiten)

クラウン独和辞典 (Crown dokuwa jiten)

新現代独和辞典 (Shin gendai dokuwa jiten) (Schinzinger)

独和大辞典 (Dokuwa Daijiten)

新アクセス独和辞典 (Shin Akusesu Dokuwa jiten)

Das Problem ist nur, daß, zumindestens was Deutsch-Japanische Wörterbücher aus japanischen Verlagen angeht, diese … gerade für Anfänger sehr mühsam sind. Denn, um zu verstehen, was dort an Übersetzung steht, muß man zunächst mal lesen können, was dort steht. Lesungen werden aber in einem für Japaner geschriebenen Wörterbuch selbstverständlich nicht angegeben. Das heißt, wenn man nicht schon auf einem sehr hohen Sprachniveau angelangt ist, muß man dann wiederum ein Zeichenlexikon oder ein Japanisch-> Japanisches Wörterbuch (wie z.B. das Daijirin oder Koujien) bemühen, um herauszufinden, wie man die japanischen Übersetzung denn liest.

Das Nachschlagen eines Wortes gestaltet sich dann schnell zum Staatsakt. Für einen Übersetzer ist das sicherlich zumutbar, auch für jemanden, der sich wissenschaftlich mit Japanisch beschäftigt. Für den gemeinen Lerner jedoch eher, so meine Meinung, im heutigen elektronischen Zeitalter, unzumutbar.

Zu elektronischen Wörterbüchern (dem interessanten Teil) bald in Teil 2 und 3.

Essentielle Wahrheiten prägnant formuliert

January 25th, 2010

Umzug

January 23rd, 2010

Nun, ich bin umgezogen, also das Blog. Wobei dieser Satz für Personen, die diesen Eintrag lesen, in etwa so hilfreich ist, wie einem Eskimo zu sagen, Schnee sei weiß. Jetzt könnte ich argumentieren, der durchschnittliche IQ meiner Leser… allerdings ist es so, daß wohl der Unterschichtenpöbel sowieso niemals genug Kung^H^H^H Google-Fu besitzt, um hierhin zu finden…

Daher statt großen Beleidigungen mal eine große Verneigung vor der intellektuellen Kapazität meiner Leserschaft.

Da ich wohl über selbige nicht verfüge, sind die ganzen Bilder & Comments verloren gegangen. Ich bin Behalter, kein Wegschmeisser, daher sollte sich der Großteil wiederfinden lassen, kann aber etwas dauern…

Weiterhin Comments jetzt über Reblogger, da ich zu geizig war, ein Hostingpaket mit PHP und MySQL zu kaufen. (Allerdings: An dieser Stelle mal ein großes Lob an die Jungs von MediaOn, die rocken einfach!)

Es gibt tatsächlich einige Leser, die mein Blog als Feed abonniert haben (im Ernst – gibt es wirklich, ich erzähle hier nichts!); die gewählte Lösung sollte hoffentlich auch diese zufriedenstellen. Bei Problemen mit dem Blog etc. schickt mir bitte eine Einschreiben inkl. frankiertem Rückumschlag an meine Postadresse.

PS: Achja, ich beherrsche durchaus gewisse Grundlagen in Bezug auf Rechtschreibung, aber “Rumpelstiltskin” war schon weg… und Ifnkvohgroghprm oder Nikstlitslepmur schien mir doch zu hart…

Kino in Japan

January 11th, 2010

Achja, frohes neues Jahr und so den ungefähr zehn Leuten, die das Blog lesen und die ich leiden kann. Der Rest kann mich mal.

Ebenso wie die japanische Kino- und Filmindustrie.

Ich war mit der hzB neulich in Up, bzw. nein, in カールじいさんの空飛ぶ家 (Onkel Karls fliegendes Haus oder so), ja, die Japaner machen ähnlich bescheuerte Umbenennungsgeschichten wie in Deutschland, ich erinnere da nur an American Ninja -> American Fighter und… verdammt jetzt komm ich grad nicht drauf, will auf Wiki nachschauen, krieg aber nen time-out, weil die offline sind, weil ihr geizigen Säcke alle nicht spendet, aber ich auch nicht. Vielleicht isses aber auch nur die $&§$”wlanverbindung hier.

Miss Undercover, genau, weil ja Miss Congeniality einfach zu schwer ist, das checkt ja keiner. Oft gibts ja stattdessen einfach nur die Übersetzung für die Doofen mit dabei, (Chicken Run – Hennen rennen, Payback – Zahltag) aber Frau Kongenial klang wohl nicht so toll. Die Japaner stehen dem aber in nichts nach, mein Favorit ist auf jeden Fall ワイルドスピード (WAILUDO ßUPIIIDO) … na? na? Genau! Wild Speed statt The Fast & The Furious.

Ich komme vom Thema ab. Das eigentlich Problem ist, daß amerikanische Filme ins Japanische Kino mit etwa sechsmonatiger Verspätung kommen. Up kam z.B. am 29. Mai in die amerikanischen Kinos, DE weiß ich jetzt nicht, schätze ähnlich + max 4 Wochen oder so. In Japan war das offizielle Release am 5. Dezember.

Jetzt kann man sich fragen wieso, Synchro sicherlich nicht, denn meist wird untertitelt (oft kann man allerdings aussuchen). Nein es liegt natürlich daran, daß Japan einfach anders ist, die japanische Kultur, die japanische Tradition verbietet es einfach, ausländische Filme sofort zu Release zu veröffentlichen. Das war jahrhundertelang so, es ist Tradition und man kann Traditionen nicht so einfach brechen. Immer fängt er an zu vergleichen, Ausland und Japan und Japan und Ausland und Japan ist einfach ANDERS(TM), akzeptier das doch mal!

Ernsthaft, die wirkliche Ursache liegt natürlich woanders. Dazu betrachten wir mal das US-amerikanische DVD-Releasedatum, das war nämlich am 4. November 2009. Das gibt einen ersten Hinweis.

Es ist klar, daß es in Japan kaum Menschen gibt, die gesprochenes Englisch verstehen. Geschrieben, vielleicht, dann kann man es in Ruhe übersetzen, aber gesprochen? Also wer soll die Untertitel schreiben? Daher warten die Studios in Japan, bis in den USA die DVD mit englischen Untertiteln erschienen ist, geben die DVDs dann den japanischen Übersetzungsbüros und die machen dann die Untertitel mit Google Translate und alle sind glücklich und gehen ins Kino und lesen den Film.

Fast alle.

Typischerweise geht die Konversation zwischen mir (Kinoliebhaber & Filmfan) und hzB (nicht ablehnend, aber auch nicht so begeistert) in etwa so:

Me: Wolln wa nicht mal wieder ins Kino?

hzB: Hm… na ok. Wie wäre es mit Inglorious Basterds, der mit Buraddo Pitto.

Me: Brat Pitt! Brad Pitt! Und außerdem wird er von Christoph Waltz an die Wand gespielt.

hzB: Burado Pitto! Burapi. Sag ich doch! (beim Aussprechen des Namens dahinschmelzend)

Me: Hmpf. Wie auch immer. Geht nicht. Naja ok können wir, aber hab ich schon gesehen.

hzB: Mah, wieso hast Du den schon gesehen??? Aber egal, wie wärs, wenn wir noch etwas warten? Da kommt dieser interessante Film mit … ich hab den Titel vergessen, aber die Handlung ist in etwa … blabla… und dann ….

Me: Hab ich schon gesehen.

hzB: MAAAAAAAH! So geht das nicht! Immer hast Du schon alle Filme gesehen! Dann gehen wir nicht ins Kino!

Me: Ich will aber? Wie wärs denn mit $ActionBlockbuster #124???

hzB: Du weißt ich mag solche Filme nicht. Hör gefälligst auf, immer allein Filme zu gucken! Das ist unmöglich! Du bist zu egoistisch…

Me: …

Ich bekomme also regelmäßig Haue.

Und alles nur, weil die verdammten Highschool Englischlehrer ihren Job nicht können.

Abgesehen davon, Up ist wirklich sehenswert. Sehr traurig, etwas kitschig und eigentlich viel zu traurig für Kinder… und Erwachsene. Aber sehenswert.

Hamwa wieder was gelernt, hamwa

November 9th, 2009

wieder was gelernt, ham wa wieder was gelernt beim Bernd…

so halb ist dieses Blogposting mehr eine Erinnerung an mich selbst, für den nächsten Versionssprung.

Eingabe japanischer Zeichen unter Linux ist immer so eine Sache. Es funktioniert meistens nach viel Arbeit irgendwie, bis man die nächste Version installiert. Es gibt zahlreiche “Input-Server”, die für mich als Benutzer zwar im Prinzip alle gleich sind, sich aber doch in manchen Dingen unterscheiden, genauer gesagt meist in der klitzekleinen Tatsache, daß manche in manchen Versionen unter manchen Distributionen manchmal japanische Zeichen liefern, manchmal aber auch nicht. Ich bin, als Fan von freier Software, aber sehr sehr froh, daß ich die Wahl habe zwischen zahlreichen verschiedenen Input-Servern (es könnte ja eventuell einer proprietär werden), ich beschäftige mich sehr gerne mit der Konfiguration meines Systems in meiner zahlreichen Freizeit. So wie bei OSX und Windows ein paar Klicks in ein paar Menüs und schon kann man Japanisch eingeben, also das wäre doch langweilig. OSX und Windows können das ja auch erst seit ca. OSX 10.2 und Windows 2000, das sind ja gerade mal ca. 8-9 Jahre. Kann ich schon verstehen, daß sich da niemand drum kümmert, wer lernt denn heutzutage schon eine Fremdsprache. Besser mal was einbauen, wovon ich als Desktopnutzer wirklich profitiere.

Für Ubuntu gibt es hier ne nette Anleitung die nicht schlecht ist, bis auf den kleinen Mangel, daß sie nicht funktioniert. Genauer: Scim funktioniert hier unter 9.04 nicht mit Qt-Programmen. Was heißt, daß man bei Anki keine japanischen Zeichen eingeben kann. Was nervt.

Ich bin dann folgendermaßen zum Ziel gekommen (wie gesagt, Ubuntu 9.04).: Mit UIM. Ich weiß nicht, welche der Schritte redundant sind und eigentlich nicht benötigt werden, aber ich werde einen Teufel tun, jetzt irgendwas zu verändern, um herauszufinden, ob es benötigt wird.

1.) Obiges Tutorial befolgen, um grundlegenden Japanisch-Support zu bekommen, d.h. vernünftige Schriften etc.

2.) Alle Pakete mit scim-* deinstallieren

3.) Paket im-switch, sowie ziemlich alle Pakete mit uim-* installieren, insbesondere: uim-applet-gnome, uim-xim, uim-anthy, uim-gtk2.0

4.) ~/.gnomerc hat als Inhalt:

GTK_IM_MODULE=uim ; export GTK_IM_MODULE
QT_IM_MODULE=uim ; export QT_IM_MODULE
uim-xim &
XMODIFIERS=@im=uim ; export XMODIFIERS

5.) uim-pref-gtk ausführen, z.B. im Terminal

6.) Input-Meta-Toggle-Key auf “CTRL + Space”, “Shift-Space” oder “Alt-Shift” setzen, je nach Geschmack. CTRL-Space war ich von Scim-Zeiten gewöhnt. Bzw. von den wenigen Scim-Zeiten, als Scim tatsächlich funktionierte.

7.) Alternative Input Method: Anky

9.) Jetzt noch nach System->Einstellungen->Startprogramme und da einen neuen Eintrag machen für “uim-toolbar-gtk-systray” um ein Icon in der Gnome-Leiste rechts oben zu bekokmmen. KDE leider unKool: da habe ich Keinen Plan.

Und schon kann man Japanisch schreiben, trotz deutschem Locale. War doch ganz einfach. Wie man jetzt Tomoe (japanische, mehr oder weniger funktionierende Handschrifterkennung) wiederbekommt, das nehme ich mir als Projekt für den nächsten längeren Urlaub vor.

Ansonsten bin ich mal gespannt, was man sich hat einfallen lassen bei 9.10, damit obiger Weg nicht mehr funktioniert. Irgendwas Vertracktes wird sich schon gefunden haben. Scim, Uim – Canna habe ich bisher noch nicht ausprobiert, das wäre doch mal was. (Canna ist kein Inputserver, sondern quasi die – obligatorische – Alternative zu Anthy. In Linux geht halt nichts ohne mindestens zwei konkurrierende Projekte, die im Prinzip das gleiche tun und beide Bugs haben)

Big in Japan

October 25th, 2009

Es ist traurig. Es gibt so Moment, da merkt man, daß man alt wird. Zuerst gesehen hab’ ich sie in D.O.A., diesem nicht wirklich guten, aber sehenswerten Noir-Remake.

Dann die Komödien in den 90ern. Das Thinkpad und das Tangerine-iBook. Dial-up. Der Film so lächerlich, aber nett – ich meine welche attraktive Frau geht schon on-line, ich bitte Euch, sowas Albernes. Wo man doch in der Schule immer so halb entsetzt, auf jeden Fall schräg von der Seite angeguckt wird, wenn man jemandem nach “e-mail” (Was bitte ist e-mail???) oder ICQ (I-was???) fragt. Wie kann der Nerd glauben, ich wäre so ein Technikfreak. Beleidigend.

Dann noch mehr Herz-Schmerz Box-Officekram. Das letzte was ich gesehen habe, war dann irgendwann in der Englischabteilung der Videothek, vlt. kein DVD-Release in DE? … und das war schon wirklich ziemlich unterirdisch

Aber jetzt das… Da tut es mir schon ein bisschen leid. Um zum Punkt zu kommen – es ist offiziell:

Meg Ryan ist “Big in Japan”

Nein, das wird kein guter Tag...

Tja, die Halbwertszeit von Frauen in Hollywood ist halt begrenzt. Trotzdem schade. Vielleicht noch ein paar B-Filme, bis dann mit Kino auch nichts mehr geht, ein paar Filme im Kabelnetz, der eine oder andere Auftritt als Gaststar in kleineren Serien…

Ein Filmstar aus meiner Jugendzeit, jetzt quasi halb in Rente.

Ich werde alt.

Den Asiaten fehlt doch da so ein Enzym…

October 9th, 2009

deswegen vertragen die doch keine Alkohol. Hört man eigentlich auf jeder Party, diese Tatsache. Kennt jeder in Deutschland. Und ist auch korrekt, Aldehyddehydrogenasen nennt sich das Ganze und läßt sich auf Wikipedia nachlesen.

Dort steht, daß 46 Prozent der Japaner betroffen sind. Also zum einen, weniger als die Hälfte hat dieses Problem.

Zum anderen, hat das der anderen Hälfte leider noch niemand gesagt. Die weiß davon leider nix.

Und so kommt der normale Japaner in die Kneipe, Du erklärst dem Japaner die Geschichte mit den Aldehyddehydrogenasen. “Ah, das ist ja interessant”, sagt er dann, packt den Sake aus und säuft Dich unter Tisch.

Ah, … Mhh, … Hai, … hai, wakarimasu …, sou desu ka, … hai, … eeeeh?, … unh, … mh, …

October 4th, 2009

KERR HALT DOCH MAL DIE FRESSE WENN ICH REDE!

Vor einiger Zeit war ich auf einer informellen Tagung in Sendai. Angestrengt kam ich dann ins Hotel zurück und was macht man dann so in einer fremden Stadt, geschafft und müde?

Ja, Minibar, aber ansonsten? Und nein, Pornokanal ist keine nennenswerte Option, es sei denn, man findet die Zensurpixel geil und ist vom Typ her eher so Alt-68er/Öko-mäßig drauf… Sie verstehen…

日本がんばれ!

Ich bin dann bei BS11 hängengeblieben, so einer Art… Info(?)kanal, genauer bei der Sendung Inside-Out

Es ging um die Energiefrage, so grundsätzlich halt; neben der intelligenten Moderatorin, die offenbar nicht nur aufgrund ihres Aussehens ausgewählt wurde… bin ich wirklich in Japan? Daß es sowas tatsächlich gibt…

Japan ist ein “old-boys-network”, also neben der intelligenten Moderatorin waren natürlich zwei ältere Herren da, die alles ganz genau wußten, wobei, nein, ein älterer Herr und ein Opa, bei dem ich wirklich Angst hatte, daß er das Studio nicht mehr lebend verläßt. Der redete dann den Großteil der Zeit, der Jungspund (ca. 65) durfte natürlich nicht so viel sagen, und, und das ist der Punkt:

Als Zeichen dessen, daß die Moderatorin ihm zuhörte, sagte sie halt mindestens alle 5 Sekunden, übersetzt etwa “Ah, … Mh, … Ja, ich verstehe,… aha, … mhhmmh, … ok, … ja, ja…. ” etc.

Und das ist kein Einzelphänomen. Also ich meine, wenn man die Leute kennt, ok, aber wenn es um eine förmlichere Situation geht, wenn es ein längeres Gespräch im Fernsehen ist, insbesondere wenn eine ranghöhere Person mit einer rangniederen spricht, dann wird halt zum Zeichen dessen, daß man zuhört und aufmerksam ist, nicht etwa die Fresse gehalten, so wie es sich gehört, sondern ständig rein ge-”mmmmht”. Wie gesagt, schon öfter aufgefallen – im Real-life natürlich nicht so extrem wie damals im Fernsehen, trotzdem…

Mir persönlich gehen solche Leute halt tierisch auf den Senkel, unterbrechen sie doch fortwährend meinen Denkfluß und bringen mich aus dem Konzept.

Wenn der Kaiser spricht, dann haben die Sklaven ruhig zu sein. Oder so ähnlich…